Im Herzen von Afrika

Im Herzen von Afrika

Reisen und Entdeckungen in Zentralafrika. 1868 - 1871

Georg Schweinfurth

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Als am 19. März 1870 der junge Botaniker und Entdeckungsreisende Georg Schweinfurth an den Ufern des Uelle stand, war ein ganz wesentlicher Beitrag zur Erforschungsgeschichte des Schwarzen Kontinents geleistet. Eines der letzen Rätsel Afrikas stand vor seiner Lösung. Dieser Uelle floß nach Westen und nicht nach Norden, er konnte somit nicht mehr zum Stromsystem des Nils gehören. Als erster Europäer hatte Schweinfurth die Nil-Kongo-Wasserscheide überschritten. Doch nicht nur diese geografisch-hydrografische Entdeckung war die herausragende Leistung des wagemutigen Forschers. Es blieb ihm auch vorbehalten, als erster Weißer das Volk der Monbutto zu besuchen und Nachrichten darüber dem staunenden Europa zu übermitteln. Vor allem jedoch war es auch sein großes Verdienst, die Pygmäen zu entdecken, jenes kleinwüchsige und scheue Volk Zentralafrikas, welches seit der Antike durch die abendländische Sagenwelt geisterte. Schweinfurth gilt heute zu recht als einer der ganz Großen der deutschen Afrikaforschung - zusammen mit Heinrich Barth, Gustav Nachtigal und Gerhard Rohlfs. Schweinfurths Bericht über seine letzte große Reise wird als zeigenössisches Dokument seinen Wert niemals verlieren und ist als Quelle für den ethohistorisch interessierten Leser von unschätzbarer Bedeutung.


Autorenporträt

Georg Schweinfurth

Georg Schweinfurth (1836-1925) erwarb sich seine ebenso gründliche wie umfassende naturwissenschaftliche Bildung an den Universitäten in Heidelberg, München und Berlin. Schon als 20-Jähriger bereiste er Ägypten, den östlichen Sudan und die Küstenländer des Roten Meeres (1863-66). Bald darauf folgte seine größte und erfolgreichste Expedition in die Äquatorialgegenden (1868-71). 1876 gründete er die Geographische Gesellschaft in Kairo und lebte viele Jahre in Ägypten. Seit 1889 lebte der Nestor der deutschen Afrika-Forschung in Berlin, wo er 1925 verstarb.