Petersburger Erzählungen

Petersburger Erzählungen

Nikolai Gogol

Es sind wunderliche Sachen, die vor der städtischen Kulisse St. Petersburgs geschehen: Hunde, die eine Briefkorrespondenz führen, eine Nase auf freiem Fuß, ein spukender Mantel… Gogols literarische Welt ist grotesk, er verfremdet das, was uns eigentlich vertraut ist. Gegenstände werden personifiziert, Menschen verdinglicht. Das Dämonische ist allseits präsent, Schein und Sein nie klar getrennt; zu entblößen versuchen es der Humor und die Überspitzungen im Erzählton. Gogol leitet das Absurde in der russischen Literatur ein und ebnet den Weg zum Surrealismus. Die Petersburger Erzählungen versammeln: Der Mantel, Die Nase, Der Newskij-Prospekt, Das Porträt, Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen.


Autorenporträt

Nicolai Gogol

Nikolai Gogol, geb. 1808 in der Ukraine, war von Kindheit auf ein eher kränklicher, unansehnlicher Zeitgenosse, der jeher dem Spott seiner Mitmenschen ausgesetzt war und als menschliches Rätsel galt. Die Versuche eine Schauspiellaufbahn einzuschlagen und mit einer Verserzählung erfolgreich zu werden schlugen fehl. Durch die Bekanntschaft mit dem bedeutenden russischen Dichter Aleksander Puschkin bekam er die Möglichkeit Gelegenheitsjobs als Privatlehrer auszuüben und begann durch dessen wertvolle Impulse und Ideen Prosatexte zu schreiben. Sein erster ukrainisch-volkstümlicher Erzählband Abende auf dem Weiler bei Dikanka machten ihn schnell bekannt; ebenso beliebt wurde die Komödie Der Revisor und sein Hauptwerk Die toten Seelen. Aus religiösem Wahn oder einer Psychose heraus begann er seine Werke anzuzweifeln, verbrannte das Manuskript des zweiten Teils der toten Seelen und verweigerte schließlich die Nahrungsaufnahme, die 1852 in Moskau schließlich zu seinem Tod führte.