Gipfelgespräche mit Martin Luther

Gipfelgespräche mit Martin Luther

Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Mann und Günter Grass

Volker Neuhaus

Erscheint demnächst für 24,00 €

Himmelhochschreiend, mit Blindheit geschlagen, Nächstenliebe, im Dunkeln tappen, Herz ausschütten, sich einen Namen machen, Lückenbüßer, der Teufel ist los: all dies und viele Worte und Redeweisen mehr verdankt die deutsche Sprache Martin Luther. Die größten Sprachgenies hielten Luther für einen Sprachmeister. »Er ist’s, der die deutsche Sprache, einen schlafenden Riesen, aufgewecket und losgebunden«, staunte Herder. Nietzsche notierte apodiktisch: »Unser letztes Ereignis ist immer noch Luther.« Drei deutsche Weltautoren aber haben in drei unterschiedlichen Epochen regelrechte Gipfelgespräche mit Luther geführt: Goethe bearbeitete für sein erstes gedrucktes Werk eine Lutherpredigt poetisch und beschäftigte sich auch lebenslang mit Luther. Thomas Mann setzte sich mit einem verhassten Deutschenbild auseinander, in dessen Kern er Luther sah. Am Lebensende ließ er seine Faszination am Reformator jedoch in einen Komödienplan um dessen Hochzeit münden. Günter Grass inspirierte Luthers Prosa beim eigenen Schreiben und er konfrontierte dessen Gotteslob in einem Gipfelgespräch mit eigenen agnostischen Fragen.


Autorenporträt

Volker Neuhaus

Volker Neuhaus studierte Germanistik, Evangelische Theologie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Zürich und Bonn. Staatsexamen 1967, Promotion 1968, Habilitation in Neuerer Deutscher und Vergleichender Literaturwissenschaft 1975 in Köln, dort 1977 bis 2008 Universitätsprofessor für diese Fächer, seit 2009 Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück. 1989 Ordination als evangelisch lutherischer Geistlicher im Ehrenamt. Forschungsgebiete: Martin Luther, Beziehungen zwischen Literatur und Theologie, Goethe und seine Zeit, der europäische Roman incl. dem Detektivroman, Günter Grass und seine Zeit.