Johannes Daniel Falk

Johannes Daniel Falk

Poet und Pädagoge

Gerhard Heufert

Die in nunmehr zweiter und erweiterter Auflage vorliegende Biografie über Johannes Daniel Falk (1768 – 1826), einen der größten Wohltäter der Weimarer Geschichte, befasst sich eingehend mit seinem pädagogischen Wirken. Aus der Not des Krieges heraus nahm er sich verwaisten und vernachlässigten Kindern an und entwickelte die Idee des Rettungshauses. Bis heute fruchtet dieser damals innovative Gedanke in unserer Gesellschaft, der den Ursprung der Jugendsozialarbeit darstellt. Als Pionier der Sozialpädagogik nahm er nachweislich entscheidend Einfluss auf die Gründung des „Rauhen Hauses“ unter Wichern, der damit die „Innere Mission“ und die heutige „Diakonie“ begründete.

Johannes Daniel Falk kann tatsächlich als zentraler Ideengeber für Johann Hinrich Wichern gelten, der im Allgemeinen als Hauptinitiator der Fürsorgeerziehung und Vater der „Inneren Mission“ bekannt ist. Falks Institut in Weimar stellt damit den eigentlichen Quellpunkt für eine deutschlandweit sich fortentwickelnde Fürsorge- und Erziehungsbewegung dar, aus der das „Diakonische Werk“ letztendlich dann erwuchs. Falk thematisierte seinerzeit schon den auch heute wieder ins Blickfeld geratenen inneren Zusammenhang von Erziehung, Bildung und ihren sozialen Faktoren. Er machte ihn angesichts der vielen zusehends verwahrlosten, aus allen sozialen Bindungen gefallenen Kinder und Jugendlichen zum Ausgangspunkt seiner praktischen erzieherischen Bemühungen. 2013 jährte sich zum zweihundertsten Male das Jahr, in dem sich dieser Sozialimpuls, den Falk inmitten der Kriegswirren 1813 mit seiner Stiftung der „Gesellschaft der Freunde in der Not“ auf den Weg brachte. Von seiner persönlichen Lebensgeschichte und der Geschichte dieses Erziehungswerks – bis hin zum wohl wichtigsten Aspekt seines Wirkens, der Aufnahme seiner Ideen durch J. H. Wichern – ist in diesem Buch die Rede.