Der grosse Irrtum

Der grosse Irrtum

Mit einem Nachwort von Harald Welzer: „Das Prisma des Holocaust“

Jürgen Lodemann (Hrsg.)

Bald wieder erhältlich für 19,90 €

„Dass Lodemann sich als Nazi vom Nationalsozialismus enttäuscht sah, unterscheidet ihn scharf von jenen, die sich nach dem Dritten Reich als „Verführte“ bezeichneten. Hier hat einer beigetragen, was er konnte. Und konnte erst spät sehen, wie dramatisch er sich geirrt hatte. Ein ungeheuer aufschlussreiches Selbstporträt eines so aktiven wie widersprüchlichen Hitler-Anhängers.“ Harald Welzel. Und er streitet nichts ab. Weder, dass er Nazi war, noch, dass die Nazis unsägliche Verbrechen begingen. Den Söhnen hinterliess er 1965 diesen Erinnerungsversuch. Vor 1933 war es die Not der Arbeitslosigkeit gewesen und die weltweite Finanzkrise, die den Bauernsohn und mehrfachen Familienvater zum „Mitmachen“ trieb. In der vagen schönen Hoffnung auf eine neue stabile Währung, aber auch auf eine klassenlose Gesellschaft, auf eine „Volksgemeinschaft“, versucht er selbst tatkräftig zu helfen. Er bedient die Partei in seiner idealistischen Mentalität und gut meinender Dienstbereitschaft mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen, wie Wirtschaft und Währung zu sichern seien. Den Mächtigen war diese Mentalität überaus nützlich, bis sie sie empörte, und zwar so sehr, dass er noch vor 1945 vor Parteigerichte musste.




Autorenporträt

Jürgen Lodemann

Jürgen Lodemann, 1936 in Essen als dritter Sohn von Friedrich Lodemann geboren, ist Roman-Autor, promovierter „Professor des Landes NRW“, war drei Jahrzehnte lang TV-Moderator (Literaturmagazin, Café Größenwahn) und ist Erfinder der „Bestenliste des SWR“.

Prof. Dr. Harald Welzer

Prof. Dr. Harald Welzer, Autor von lebhaft diskutierten Büchern wie „Opa war kein Nazi“ und „Täter. Wie aus normalen Menschen Massenmörder werden“, leitet das Center for Interdisciplinary Memory Research in Essen.