Voci di Sicilia

Voci di Sicilia

Eine Reise durch Sizilien

Etta Scollo | Antonio Maria Storch (Fotogr.) | Klaudia Ruschkowski (Hrsg. / Übers.)



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»Buch und Reise sind ein Wort. In einen Roman eintauchen, in eine Erzählung oder ein Gedicht, was heißt es anderes, als einen Koffer mit Vorstellungen und Gefühlen zu füllen, als würde man aufbrechen. Setzen wir zwischen Buch und Reise Sizilien, dann sind die Würfel gefallen.« Dario La Rosa

So also kann Sizilien gelesen werden, Schritt für Schritt, in alle Richtungen, in all seinen Schichtungen und Widersprüchen. Sizilien, eine Einheit aus Geschichte und Mythologie, aus Kulturen und Kunst, Erzählungen und Gesang, aus verletzter Natur und unberührter, preisgegeben und zugleich voller Energie: »Hier ist erst der Schlüssel zu allem«, schrieb Goethe. Sizilien ist europäisch, afrikanisch und eurasisch, es verbindet beide Hemisphären: ein Ort der Aufnahme und des Auseinandergehens. Und in jeder Rückkehr liegt ein neuer Anfang. Voci di Sicilia »erzählt reisend« die Realität der Trinakría, des jahrtausendealten Siziliens mit dem stets lebendigen Ätna, der in den Eingeweiden der Insel schwelt, mit der Natur, die sich in ihrem Reichtum vor uns eröffnet, urzeitlich, archaisch, um uns nur kurz darauf mit einer Fülle menschengemachten Durcheinanders zu konfrontieren, mit Verwahrlosung und kontaminierten Landschaften. Und doch zeigt sich in Sizilien unentwegt das Wunder der Wiedergeburt, ist der Wille zur Erneuerung unbeirrt präsent. Land, Meer, Himmel, Feuer und noch so vieles mehr ist dieses Sizilien. Die größte Insel im Mittelmeer, geprägt von prähistorischen, griechischen, karthagischen, römisch-byzantinischen, arabischen, normannisch-angevinischen und bourbonischen Einflüssen, dabei zeitgenössisch und modern. Wie viele Leben, Reisen und Bücher wären wohl nötig, um Sizilien kennenzulernen? Wie es beschreiben, umreißen, definieren? Wir sammelten die unterschiedlichsten und widersprüchlichsten Informationen und Eindrücke und begegneten bemerkenswerten Menschen, die uns von ihrem Sizilien erzählten, von ihren Erfahrungen, von ihrer Sicht auf die Dinge. Eine Welt für sich in permanentem Werden, in permanenter Auflösung wie das Gewebe einer imaginären sizilianischen Penelope. Eine Insel aus tausend Liedern und Gesängen, die durch die Jahrhunderte hindurch im Schicksal Siziliens nachklingen. Daher ist Voci di Sicilia auch Stimme und Musik. Den roten Faden bilden die Lieder von Etta Scollo: Kompositionen traditioneller sizilianischer Musik, Vertonungen von Texten sizilianischer Dichter, durch die Jahrhunderte hindurch. Etta Scollo, deren sizilianischem Herzen, deren nicht nur künstlerischer Rückkehr nach Sizilien sich dieses Buch verdankt, ist es ein Anliegen, Literatur und Musik, gesellschaftliche Themen, politische Fragen und die vielfältigen kulturellen Einflüsse miteinander zu verbinden. In diesem Sinn lädt Voci di Sicilia dazu ein, den verschlungenen Pfaden der Trinakría zu folgen, der Vielfalt ihrer Erzählungen und ihrer Leben: Sizilien immer wieder neu zu schreiben, zu (be)singen und miteinander zu teilen.




Autorenporträt

Etta Scollo

Etta Scollo: Komponistin und Sängerin. Geboren in Catania. Lebt in Berlin und auf Sizilien. 1983 begann sie ein Gesangsstudium am Konservatorium in Wien und arbeitete bei Schallplattenaufnahmen und Konzerten mit Künstlern wie Eddie Lockjaw Davis und Champion Jack Dupree zusammen. Mit der italienischen Version des Beatles- Songs Oh Darling führte sie 1988 wochenlang die österreichischen Musik-Charts an und erhielt zwei Goldene Schallplatten. Seitdem widmet sich Etta Scollo verstärkt der traditionellen Musik, ihrer Erforschung, Verarbeitung und Neuinterpretation. Daraus entwickelte sich das poetischmusikalische Projekt Il fiore splendente, eine Hommage an die arabisch-sizilianischen Dichter des 9. bis 12. Jahrhunderts, an dem sich namhafte Künstler wie Franco Battiato, Giovanni Sollima, Markus Stockhausen und Nabil Salameh beteiligten. 2017 realisierte sie das Projekt Lampedusa 361 über die Gräber ertrunkener Bootsflüchtlinge auf Sizilien, wodurch sich Etta Scollo als politische Künstlerin mit hellwachem sozialen Gewissen erwiesen hat. Ihre neue CD Il viaggio di Maria ist im Dezember 2019 erschienen. Etta Scollo arbeitet außerdem mit verschiedenen Literaten und Schauspielern zusammen.

Antonio Maria Storch

Antonio Maria Storch: Fotograf. Geboren 1997 in Volterra. Lebt in Berlin. Studienaufenthalte in Mexico City, New York, auf der kanadischen Insel Grand Manan und in Paris. 2017 Ausstellung in der Pinakothek von Volterra: Oro Bianco, über die einheimischen Alabasterhandwerker. 2018 fotografische Dokumentation für das Buch Tesori di Volterra. 2019 realisierte er ein fotografisches Projekt über die Arbeit der sardischen Schäfer in der Toskana.

Klaudia Ruschkowski

Klaudia Ruschkowski: Dramaturgin, Autorin, Kuratorin, Herausgeberin und literarische Übersetzerin. Geboren 1959 in Dortmund. Lebt in Volterra und Berlin. Nach einem Studium der Sprache, Kunst und Philosophie war sie als Dramaturgin an verschiedenen west- und ostdeutschen Theatern engagiert. 1991 zeichnete sie als Mitgründerin des Europäischen Kulturzentrums in Thüringen, war bis 1997 dessen Co-Direktorin und -Programmleiterin und Mitherausgeberin der internationalen Zeitschrift für kulturelle Kommunikation Via Regia. Parallel arbeitete sie für Hörfunk und Fernsehen. Seit 1997 arbeitet sie mit der libanesisch-amerikanischen Dichterin und Malerin Etel Adnan zusammen, deren Werke sie ins Deutsche übersetzt und herausgibt. 2012 veröffentlichte sie mit Wolfgang Storch im Auftrag des Deutschen Historischen Museums Berlin den Band Deutschland – Italien. Aufbruch aus Diktatur und Krieg. Sie schreibt Essays, konzipiert Kunst und Literaturprojekte, übersetzt aus dem Italienischen und Englischen und arbeitet als freie Hörspielautorin bei Deutschlandradio Kultur.