Reise um die Welt

Reise um die Welt

Aus dem Bordjournal der H.M.S. Beagle. 1831 - 1836

Charles Darwin / Gernot Giertz (Hrsg.)

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Die Aufzeichnungen von Charles Darwin (1809-1882) über seine Weltumsegelung mit der „Beagle“ gehören zu den klassischen Reisewerken des 19. Jahrhunderts. Auf dieser Expedition lassen sich seine epochemachenden Ideen und Theorien, die später die viktorianische Gesellschaft in ihren Grundfesten erbeben ließen, gleichsam im Augenblick des Entstehens beobachten.Doch nicht nur die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern vor allem die Schilderungen der ethnischen, sozialen und politischen Zustände und Ereignisse in den Ländern der südlichen Hemisphäre machen die Einzigartigkeit seines Berichtes aus. Nicht ohne Anteilnahme beschreibt er z.B. das Treiben der Soldateska des späteren argentinischen Diktators Rosas und die schrecklichen Gemetzel, die die gefürchteten Indianer unter der weißen Bevölkerung anrichten, berichtet von den barbarischen Bräuchen der kannibalischen Feuerländer, von denen man kaum glauben könne, dass sie „unsere Mitgeschöpfe und Bewohner derselben Welt“ seien, beklagt die schnell fortschreitende Ausrottung der Ureinwohner Australiens durch die Europäer und fügt die Vielzahl seiner Beobachtungen zu einem Resümee zusammen, das Geschichte machte und seinen Zeitgenossen mit einem Schlag absolut neue Welten erschloss.Aus den umfangreichen Aufzeichnungen des jungen Forschers sind für diese Ausgabe die für den heutigen Leser besonders interessanten Teile seines Journals zusammengefasst, die Darwin vor allem als Entdeckungsreisenden zeigen und seine abenteuerlichen Erkundungen in zwei Kontinenten und der Inselwelt des Stillen Ozeans beinhalten. Daneben treten seine naturwissenschaftlichen Detailuntersuchungen zwangsläufig ein wenig zurück.




Pressestimmen

"Eine Erdreise im Kopf.(…)So wird Darwins Reise um die Welt nicht nur ob der bis heute spannend zu lesenden Bordjournal-Eintragungen zu einem echten Erlebnis. (…) Das bildet und ist unterhaltsam."

Oranienburger Generalanzeiger, 29.5.09

Autorenporträt

Charles Robert Darwin

Charles Robert Darwin (1809 – 1882) war das fünfte Kind einer wohlhabenden und gebildeten Landarztfamilie. Nach einer mäßig erfolgreichen Schulzeit begann er in Edinburgh ein Medizinstudium, brach jedoch nach zwei Jahren ab, um an der Universität in Cambridge Theologie zu studieren. Dieses Studium schloss er mit 22 Jahren ab. Kurz darauf bekam das Angebot, mit dem englischen Forschungsschiff HMS Beagle eine Weltreise zu unternehmen, die er später „das bei weitem wichtigste Ereignis in meinem Leben“ nannte.Auf der „H.M.S Beagle“ unter Kapitän Robert Fitzroy bereiste und erforschte er fünf Jahre lang die Welt: die Kapverdischen Inseln, die Falklandinseln, Südamerikas Küsten, die Galapagos-Inseln, Patagonien, Südafrika, Mauritius und Australien. Während der fünfjährigen Weltreise hatte Darwin die Gelegenheit, geologische Formationen der verschiedenen Kontinente und zahlreiche Fossilien und lebende Tiere zu untersuchen. Seine Ergebnisse behielt er lange für sich und diskutierte sie nur mit Vertrauten. Als Begründer der modernen Evolutionstheorie mit seiner Erklärung, dass der Artenwandel und die Entstehung neuer Arten durch natürliche Selektion realisiert werde, revolutionierte er die Naturwissenschaften und erschütterte die christliche Schöpfungsgeschichte. Doch seine Evolutionstheorie ist bis heute grundlegend, wenn auch nicht unumstritten.