Persönlicher Bericht einer Pilgerreise nach Mekka und Medina

Persönlicher Bericht einer Pilgerreise nach Mekka und Medina

1853

Richard Francis Burton

Bald wieder erhältlich für 24,00 €

In den Fünfzigerjahren des 19. Jahrhunderts waren die Menschen in ganz Europa ähnlich stark an Geographie interessiert, wie es heute für die Weltraumforschung der Fall ist. Es war daher für den exzentrischen Burton nicht schwer, Geldgeber für einen gut durchdachten Reiseplan zu gewinnen: Den Besuch der für Nicht-Muslime verbotenen Heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina. Im Herbst 1852 bot Burton daher der Royal Geographical Society seine Dienste an um "den gewaltigen weißen Fleck, welcher in britischen Kartenwerken noch immer die östlichen und zentralen Regionen ziert, auszutilgen". Sein Plan war, im osmanischen Maskat zu landen und das 'Leere Viertel' in Richtung nach Mekka und Medina zu durchqueren. Die Gesellschaft unterstützte ihn, aber sein Arbeitgeber, die Ostindien-Company, lehnte es ab, eine solche Reise gutzuheißen, da sie zu gefährlich sei. Stattdessen gewährte man ihm einen zusätzlichen Urlaub, vordergründig motiviert, um Arabisch zu studieren'. Im April 1853 verließ Burton die englische Hafenstadt Southhampton in Gestalt eines vermögenden Persers. Während der gesamten Reise war Burton akribisch darum bemüht, sich an die orientalischen Sitten anzupassen. Nach einem Monat in Ägypten entschied er, den persischen Adligen abzulegen und in die Verkleidung eines wandernden Derwischs zu schlüpfen. Einige Zeit später nahm er dann seine endgültige Verkleidung an: Er gab sich fortan als britischer Untertan afghanischer Herkunft aus, kaufte sich passende Reisekleidung. Seine Anschaffungen waren ein breiter gelber Regenschirm, ein hölzerner Kamm, eine Ziegenhaut als Wasserbehälter, ein grober persischer Gebetsteppich, der außerdem als Bettunterlage diente, ein baumwollnes, plüschbesetztes Kissen und ein Betttuch. Ein Dolch, ein Tintenfass aus Messing und ein Federhalter steckten in seinem Gürtel, ein Rosenkranz und mehrere Nadeln und ein "erbsengrüner Behälter mit roten und gelben Blumen, der zweimal am Tag vom Kamel fiel", vervollständigten seine Ausrüstung. Seine Geldmittel für die Reise waren 25 Goldmünzen in einem Gürtel versteckt unter seinen Kleidungsstücken. Nachdem Burton in Kairo angekommen war, nahm er Unterkunft in einer Pension für Ägypter. Er praktizierte dort als Arzt und nahm auch an Disputen der theologischen Fakultät der Al-Ahzar-Universität teil, denn ein religiöser Irrtum oder ein Verstoß gegen die orthodoxen Regeln in Mekka und Medina würden bei weitem problematischer sein, als irgendwelche sprachlichen Fehler. Nach abenteuerlichen und teils von Skandalen geprägten Monaten in Kairo gelang es Burton schließlich, sich einem Beduinen aus dem Sinai anzuschließen, der ebenfalls in Richtung von Burtons Zwischenstation Suez unterwegs war, und mietete von diesem zwei Kamele.Er lernte im Verlauf der Reise mehrere angesehene Händler aus Medina kennen und einen Einwohner von Mekka, einen Mann namens Muhammad al-Basyuni. Sie schlossen sich für die weitere Reise zusammen und Muhammad übernahm die Verantwortung für Burton und seine Habschaften. Basyuni sollte für den Rest der Reise bei Burton bleiben. Am 25. Juli 1853 erreichten die Reisegenossen Medina. Burton blieb mehr als einen Monat und widmete einen großen Teil seiner Reiseberichte der Beschreibung der Stadt und der religiösen Riten, an denen er teilnahm. Mithilfe seines Reisegenossen Muhammad, bei dessen Mutter Burton Quartier genommen hatte, gelang es dem Engländer, das Innere zahlreicher Heiligtümer zu sehen und schließlich alle Riten des Hadsch unter Anleitung seines Freundes zu vollziehen - Eine Sensation ohnegleichen.