Zehn Bücher Geschichten

Zehn Bücher Geschichten

In der Übersetzung von Wilhelm Giesebrecht

Gregor von Tours / Wilhelm Giesebrecht (Übers.) / Franziska Reich (Bearb.)

Erscheint demnächst für 30,00 €

Die „Zehn Bücher Geschichten“ (Decem libri historiarum) Gregor von Tours’ stellen eine unersetzliche Quelle für die Zeit des Übergangs der Spätantike zum Frühmittelalter in Mittel­ und Westeuropa dar. Obwohl der geographische Fokus primär auf dem spätantiken Gallien ruht, zieht Gregor das gesamte Gebiet des ehemaligen Römischen Reiches in seine Betrachtungen mit ein, was den »universalen« Charakter hervorhebt. Das somit als christliche Universalgeschichte angelegte Werk behandelt einen Zeitraum, der sich von der Erschaffung der Welt – nach alttestamentarischer Überlieferung – bis zum 6. Jahrhundert erstreckt. Neun der zehn Bücher befassen sich dabei mit der Geschichte der frühen Merowinger, insbesondere aber mit den, aus Gregors Sicht, zeitgeschichtlichen Ereignissen zwischen 575 und 591 n. Chr. Auch in sprachlicher Hinsicht ist das Werk kennzeichnend für einen sich vollziehenden Übergang vom antiken Latein hin zu den romanischen Sprachen der Gegenwart. Ein zusätzlicher Wert der Historien Gregor von Tours’ liegt darin, dass er bei der Konzeption seines Hauptwerks auf viele spätantike Quellen zurückgriff, die heute als verloren gelten. In vielen Fällen nennt er nicht bloß seine Quellen, sondern zitiert sogar wörtlich aus ihnen. Aus diesen Gründen wurde Gregor von Tours von Seiten der Geschichtswissenschaft zu Recht auch als »Herodot des Mittelalters« bezeichnet. Ohne sein Werk wäre unser heutiges Wissen um diese entscheidende Epoche der europäischen Geschichte nur fragmentarisch. Mit Paragraphenzählung nach Arndt/Krusch (Hg.): Gregorii Turonensis Opera. Historiarum libri decem Hannover 1951 (Monumenta Germaniae Historica)




Autorenporträt

Gregor von Tours

Gregor von Tours wurde als Georgius Florentius am 30. November 538 als drittes Kind einer vornehmen gallorömischen Familie in Rom geboren. Er genoss eine gründliche Ausbildung nach spätantiker und frühchristlicher Tradition. 573 wurde er zum Bischof von Tours gewählt und war somit für einen der wichtigsten Bischofssitze Galliens verantwortlich. In dieser Stellung war er, als engagierter politischer Akteur, in viele Auseinandersetzungen der merowingischen Teilkönige involviert. Gregor starb Ende 594 in Tours und wird dort bis auf den heutigen Tag als Heiliger verehrt. Neben seinem historiographischen Hauptwerk verfasste Gregor eine Reihe weiterer Arbeiten mit zumeist hagiographischem Charakter.