Walpurgisnacht

Walpurgisnacht

Und andere seltsame Erzählungen. Mit einem Nachwort von Marco Frenschkowski.

Gustav Meyrink

In seinem zweiten Prag­Roman nach „Der Golem“ nimmt sich Meyrink den Legenden, Sagen und Bräuchen um die Walpurgisnacht an. Diese wird traditionell am 30. April mit einem Hexenfeuer und dem Tanz in den Mai begangen. Bewusst in Distanz zum in der Altstadt lebenden Prager Proletariat, hat sich der böhmische Adel auf den Hradschin, den Prager Palasthügel, zurückgezogen und lebt dort in einer längst vergangenen Welt. Am 30. April, der Walpurgisnacht, treffen sich die Gräfin Zahradka, der Kaiserliche Leibarzt Taddäus Flugbeil, genannt »Pinguin«, der Baron Elswanger und Kaspar Edler von Schirnding zum Diner und Kartenspiel. In diese Abendgesellschaft dringt der somnambule Schauspieler Zrcadlo, der die Fähigkeit hat Tote nachzuahmen, und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Seit dieser Begegnung steht das Leben der dort Versammelten für einen Monat unter dem Zeichen der Walpurgisnacht. Gesellschaftskritisch und düster! Dieser Band enthält desweiteren die Erzählungen „Meister Leonhard“, „Das Grillenspiel“, „Wie Dr.Hiob Paupersum seiner Tochter rote Rosen brachte“, „Amadeus Knödelseder“, „Der unverbesserliche Lämmergeier“ und „J. H. Obereits Besuch bei den Zeitegeln“ sowie die Essays „Meine merkwürdigste Vision“ und „Der Lotse“.




Autorenporträt

Gustav Meyrink

Gustav Meyrink (eigentlich Gustav Meyer) kam am 19. Januar 1868 als unehelicher Sohn eines württembergischen Staatsministers in Wien zur Welt. Nach der Aufgabe seiner geschäftsführenden Tätigkeit in einem Prager Bank- und Wechselgeschäft lebte er ab 1905 als freier Schriftsteller in München. Meyrink gilt vor allem für seine Romane „Der Golem“, „Das grüne Gesicht“ und „Der weiße Dominikaner“ als absoluter Klassiker der phantastischen Literatur. Er starb 1932 in Starnberg.

Prof. Dr. Marco Frenschkowski
Prof. Dr. Marco Frenschkowski

Prof. Dr. Marco Frenschkowski, geb. 1960, ist Professor für Evangelische Theologie an der Universität Leipzig (Neues Testament). Als Religionswissenschaftler hat er zahlreiche Bücher und Studien zu antiker und moderner Religion publiziert. Außerdem ist er Herausgeber von kommentierten Ausgaben klassischer phantastischer und imaginativer Literatur. Im marixverlag sind von ihm u.a. erschienen: „Heilige Schriften, „Die Hexen“, „Mysterien des Urchristentums“; dazu zahlreiche Herausgeberschaften, u. a. zu: „Die magischen Werke von Agrippa von Nettesheim“, „James Webbs Die Flucht vor der Vernunft“ und „Das Zeitalter des Irrationalen“.