Ich sehe schon wieder einige, die nicht da sind

Ich sehe schon wieder einige, die nicht da sind

Pralle Possen und Parodien

Johann Nepomuk Nestroy

»Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst.« Voller Sprachwitz sind die in Dialekt und Hochsprache verfassten Possen, Albereien und Theaterstücke von Johann Nestroy. Immer angereichert mit philosophischem Tiefsinn und satirischem Klamauk. Weder die lokalen Charaktere des Wiener Milieus, jede Menge »Aufschneider« und »Lackaffen«, noch die politischen Verhältnisse seiner Zeit oder ganz allgemein menschliche Schwächen waren vor seinem Talent des humoristischen Desillusionierens sicher. Johann Nestroy steht in der Tradition des Wiener Volkstheaters und hat doch viel mehr zu bieten. Egon Friedell sieht ihn als »Erben und Fortsetzer « Laurence Sternes, Oscar Wildes und Bernard Shaws. Wortmächtig, hintergründig, frech. Kurzum: liebenswert!




Autorenporträt

Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy (1801–1862) wurde in Wien geboren, begann zunächst Philosophie und dann Jura zu studieren. Da seine wahre Leidenschaft jedoch dem Theater galt, startete er 1822 eine Karriere als Opernsänger und Theaterschauspieler in Wien, Amsterdam, Brünn und Graz. In den 1830er Jahren betätigte er sich als Bühnenautor und widmete sich verstärkt der Komik, Parodie und volkstümlichen Satire. Bekannt und gefürchtet war Nestroy für sein Improvisationstalent, das ihm manchen Ärger mit der Polizei und der »Zensurbehörde« einbrachte, weil er mit Vorliebe stadtbekannte Personen, Berufsstände und soziale Gruppen aufs Korn nahm. Von 1854 bis 1860 leitete er das Leopoldstädter Theater. Seine Stücke werden bis heute in deutschsprachigen Theatern aufgeführt.