Die Kabbala

Die Kabbala

Einführung in die jüdische Geheimlehre In der Übersetzung von Prof. Julius Nestler

Papus

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Kaum eine mystische Tradition übt eine derart ungebrochene Faszination aus wie die Kabbala. Sie gilt als der Inbegriff theosophischer Spekulation und umfasst seit dem Mittelalter die Gesamtheit der spekulativ-mystischen Strömungen innerhalb des Judentums. Ihr reiches spirituelles Wissen stillt eine menschliche Ursehnsucht: die Annäherung an dasjenige, was sich eindeutiger Aussagbarkeit und Erklärbarkeit fundamental entzieht. Das um 1900 von dem Pariser Gelehrten Dr. Gérard Encausse unter dem Pseudonym Papus herausgegebene und von Prof. Dr. Julius Nestler übersetzte Werk ist ein Schlüssel zum Verständnis eines wichtigen Gebietes im geistigen Leben des Judentums. Die Neubearbeitung wurde wissenschaftlich betreut von Prof. Dr. Michael Tilly, das Vorwort verfasste Dr. Gerold Necker.

Im mittelalterlichen Judentum Spaniens entstanden, ist die Kabbala entsprechend ihrer Etymologie eine „mündlich überlieferte jüdische Geheimlehre“, zu der nur Eingeweihte Zugang erhalten. Ihre Wurzeln liegen in der Tora, die jahrhundertealte schriftliche kabbalistische Überlieferung enthält aber auch gnostische, neuplatonische und christliche Elemente. Die zentrale Bedeutung des um 1900 unter dem Titel „La Cabale“ erschienenen, von dem Gelehrten Dr. Gérard Anaclet-Vincent Encausse herausgegebenen Textes liegt in der methodisch eindrücklichen Unterweisung in die beiden Schlüsseltexte jüdischer Kultur – den Sefer Jetzira und den Sefer ha-Sohar –, welche die Schöpfung des Kosmos erklären und das Lehrgebäude des En Sof als Inbegriff des allumfassenden Wissens exegetisch auslegen. Das vorliegende Werk verzeichnet zudem eine umfangreiche Bibliographie zur Kabbala, die in dieser Form zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht wurde.




Autorenporträt

Dr. Gérard Anaclet-Vincent Encausse alias Papus

Dr. Gérard Anaclet-Vincent Encausse alias Papus (1865-1916) war einer der bedeutendsten Okkultisten seiner Zeit. Er war Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft, gründete weitere esoterische Zirkel und veröffentlichte okkulte Zeitschriften. Daneben war er als Arzt, Magier und Hypnotiseur tätig.

Dr. theol. habil. Michael Tilly
Dr. theol. habil. Michael Tilly

Prof. Dr. theol. Michael Tilly, geb. 1963, leitet das Institut für antikes Judentum und hellenistische Religiongeschichte an der Universität Tübingen und ist Verfasser von zahlreichen Fachbüchern, Aufsätzen und Lexikonartikel zu judaistischen und bibelexegetischen Themen. Für den marixverlag gab er Julius Höxters Quellentexte zur jüdischen Geschichte und Literatur und Heinrich Clementz Gesamtübersetzung der Werke des Flavius Josephus heraus.