Der Konfuzianismus

Der Konfuzianismus

Volker Zotz

Vor 2500 Jahren eröffnete Konfuzius in China eine kleine Schule. Er wollte Anwärter auf den Staatsdienst nicht nur fachlich bilden, sondern auch charakterlich. Dazu griff er auf traditionelle Werte Chinas wie überlieferte Riten, Orakel und den Ahnenkult zurück. Seine Ansichten und Methoden hatten zu Lebzeiten kaum Erfolg und wurden im 3. Jh. v. Chr. sogar verboten. Dennoch trat der Konfuzianismus, der als Philosophie, Soziallehre oder Religion erscheinen kann, einen beispiellosen Siegeszug an. Er prägte nicht nur China, sondern ist bis in die Gegenwart hinein eine treibende Kraft für Politik, Wirtschaft und Kultur in Korea, Vietnam und Singapur. In Japan stieß der Konfuzianismus bei den Samurai auf Interesse, beeinflusste nachhaltig die Gesellschaft und verwandelte den Buddhismus nach seinen Ideen. Bis heute bieten die konfuzianischen Weisheiten nicht nur Orientierung für das Individuum im Alltag, sondern liefern auch einen Schlüssel zum Verständnis der Geschichte und aktueller Entwicklungen in Asien.




Autorenporträt

Volker Zotz

Volker Zotz, Prof. Dr., geb. 1956, ist Philosoph und Religionswissenschaftler. Er verbringt einen Großteil seines Lebens in Süd- und Ostasien. Ab 1989 lebte er ein Jahrzehnt in Japan, wo er an den Universitäten Ry?koku und ?tani in Ky?to sowie an der Rissh?-Universität in Tokio tätig war. Seit 2009 lebt Zotz überwiegend in Indien. Er vertritt eine interkulturelle Philosophie, die auf Traditionen des Denkens aus Europa, Süd- und Ostasiens aufbaut und besonders Buddhismus und Konfuzianismus berücksichtigt. Volker Zotz veröffentlichte u. a. Der Konfuzianismus (Wiesbaden 2015), Konfuzius für den Westen (Frankfurt am Main 2007), Konfuzius (Reinbek 2000), Auf den glückseligen Inseln. Buddhismus in der deutschen Kultur (Berlin 2000), Geschichte der buddhistischen Philosophie (Reinbek 1996).