Der unwissende Philosoph

Der unwissende Philosoph

und kleinere Schriften

Voltaire

Voltaire ist in Deutschland vor allem als pointierter Schriftsteller und polemischer Gesellschaftskritiker bekannt. Mit dem Unwissenden Philosophen lernen wir Voltaire nun als Denker kennen, der durch unakademischen Skeptizismus und scheinbare Naivität brilliert, der uns lehrt unsere eigenen Fragen zu stellen und uns eigene Antworten zu geben. Das Werk präsentiert sich als eine Bestandsaufnahme und Synthese der philosophischen Ansichten des 70-jährigen Voltaires. Darin weist er die Ansprüche umfassender philosophischer Systeme, wie sie von Spinoza oder Leibniz ihrer Zeit entwickelt worden waren, entschieden zurück. In den scheinbaren Antworten jener Denker auf die großen metaphysischen Fragestellungen sieht er bloße Anmaßungen, die dem Mensch als unwissendem und in seinen Fähigkeiten begrenztem Wesen nicht zustehen. Auf diese Art stellt Voltaire den geflügelten Ausspruch »ich weiß, dass ich nicht weiß« auf eine neue Grundlage, indem er uns zu eigenständigem Denken und stetigem Hinterfragen auffordert. Gerade in einem Zeitalter, das durch soziale und kulturelle Entfremdung geprägt ist, hat dieses Werk somit nichts von seiner Aktualität eingebüßt.




Autorenporträt

Voltaire

Francois Marie Arouet alias Voltaire wurde 1694 geboren und starb 1778. Er zählt zu den wichtigsten französischen Aufklärern. In seinen philosophischen, historischen und politischen Schriften übte er oft pointiert sarkastische Kritik an der Gegenwart – der Monopolstellung der katholischen Kirche, dem Absolutismus und der Feudalherrschaft – und wurde zu einem wichtigen Wegbereiter der Französischen Revolution.