Mein Herz bedarf Liebe

Mein Herz bedarf Liebe

Briefe und Literatur von Schillers Schwägerin.

Caroline von Wolzogen / Nikolas Immer (Hrsg.)

Caroline von Wolzogen (1763-1847) ist eine der prominentesten Schriftstellerinnen der Weimarer Klassik. Gemeinsam mit ihrer Schwester Charlotte von Lengefeld lernt sie den Dichter Friedrich Schiller kennen, woraus sich rasch ein vertrautes und inniges Dreiecksverhältnis entwickelt. Nach seiner Heirat mit Charlotte ehelicht Caroline Wilhelm von Wolzogen, mit dem sie schon in ihrer Jugend eine empfindsame Korrespondenz geführt hatte. In Weimar nimmt sie an geselligen Abenden Johann Wolfgang Goethes teil, besucht Aufführungen des Hoftheaters und beginnt, sich ihren schriftstellerischen Neigungen zu widmen. Ihr erfolgreicher Roman „Agnes von Lilien“ (1796/97) wird anfangs sogar als ein Werk Goethes oder Schillers angesehen. Neben verschiedenen Erzählungen, die sie in den Folgejahren schreibt, verfasst sie ihre wegweisende Biografie „Schillers Leben“ (1830). Darüber hinaus pflegt Caroline zeitlebens vielfältige Briefbeziehungen, die nicht nur ihren regen geistigen Austausch, sondern auch ihre wechselnden Liebschaften dokumentieren.

Caroline von Wolzogen (1763–1847) ist eine der prominentesten Schriftstellerinnen der Weimarer Klassik. Gemeinsam mit ihrer Schwester Charlotte von Lengefeld wächst sie in Rudolstadt auf und wird in jungen Jahren mit Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz verheiratet. Als die Schwestern den Dichter Friedrich Schiller kennenlernen, entwickelt sich rasch ein vertrautes und inniges Dreiecksverhältnis. Im Verlauf dieser schwärmerischen Beziehung muss Caroline allerdings einsehen, dass Schiller der jüngeren Schwester den Vorzug gibt. Nach seiner Heirat mit Charlotte lässt sich Caroline scheiden und ehelicht Wilhelm von Wolzogen, mit dem sie schon in ihrer Jugend eine empfindsame Korrespondenz geführt hatte. Weimar wird nun zum eigentlichen Lebenszentrum Carolines, das ganz ihren kulturellen Interessen entspricht. Hier nimmt sie an geselligen Abenden Johann Wolfgang Goethes teil, besucht Aufführungen des Hoftheaters und beginnt, sich ihren schriftstellerischen Neigungen zu widmen. Nach der Publikation ihres Dramenfragments „Der leukadische Fels“ (1792) veröffentlicht sie den erfolgreichen Roman „Agnes von Lilien“ (1796/97), der anfangs sogar als ein Werk Goethes oder Schillers angesehen wird. Neben verschiedenen Erzählungen, die sie in den Folgejahren schreibt, verfasst sie ihre wegweisende Biografie „Schillers Leben“ (1830), mit der sie den geliebten Dichter noch einmal persönlich würdigt. Gegen Ende ihres Lebens, das sie gemeinsam mit ihrer Vertrauten Wilhelmine Schwenke in Jena verbringt, veröffentlicht sie den Roman „Cordelia“ (1840). Darüber hinaus pflegt Caroline zeitlebens vielfältige Briefbeziehungen, die nicht nur ihren regen geistigen Austausch, sondern auch ihre wechselnden Liebschaften dokumentieren. Die intensive Korrespondenz mit Caroline und Wilhelm Humboldt gibt dabei Einblick in einen intimen Freundschaftsbund, der von einer engen emotionalen und intellektuellen Zuneigung zeugt.




Autorenporträt

Nikolas Immer

Nikolas Immer, 1978 geboren, arbeitet als Germanist an der Universität Trier. Er promovierte 2008 mit der Arbeit „Der inszenierte Held. Schillers dramenpoetische Anthropologie“. Nikolas Immer ist Mitarbeiter an der „Schiller- Nationalausgabe“ und der „Oßmannstedter Wieland-Ausgabe“. Er verfasste mehrere Beiträge zur Literatur zur Goethezeit sowie Aufsätze zu Stefan George, Rolf Hochhuth und Monika Maron. In seinen Forschungen beschäftigt er sich ferner mit der Literatur der Weimarer Klassik und der Romantik, mit der Ästhetik des Heroismus sowie mit lyrischen Erinnerungsformen. Neben einer Sammlung von Goethe- und Schillerzitaten, „Klassische Gedanken“, ist von ihm in der Weimarer Verlagsgesellschaft u. a. eine Anthologie zu Caroline Schlegel Schelling, „Romantikerin mit spitzer Feder“, erschienen, sowie zu Dorothea Schlegel, „Romantische Herzenskultur“.