Vom Geist der Stunde

Vom Geist der Stunde

Vordenker und Wegbereiter. Die Revolution in Deutschlands Mitte 1989

Christoph Schmitz-Scholemann (Hrsg.) / Jens Kirsten (Hrsg.)

Die Zeit der friedlichen Revolution von 1989/90 war geprägt von Mut und Einfallsreichtum, die zum Kreativsten gehören, was je politisch in Deutschland gedacht wurde. Thü?ringen und besonders Weimar als historisch-kultureller Symbolort Deutschlands waren Kristallisationspunkte in der Debatte um die Einheit. Dieses Buch versammelt exemplarische, zum Teil hier erstmals veröffentlichte Texte aus der Zeit der Wende: von Matthias Bu?chner, Edelbert Richter,Christine Lieberknecht, Wolfgang Thierse, Walter Schilling und vielen anderen. Sie alle stehen für den Geist der Stunde.

Abbruch? Umbruch? Aufbruch? Oder alles das? Worum ging es den Akteuren der friedlichen Revolution 1989/1990 in der Mitte Deutschlands? Natürlich - es ging um Freiheit. Aber Freiheit wozu? Zum Bananenkaufen und zum Mercedesfahren? Und wie war das nochmal mit der deutschen Einheit? Wer weiß heute noch um das Pro und Contra? Und um die Ideen eines „dritten Weges“? Es ging um Moral und Recht, um Demokratie und Meinungsfreiheit, um ein Ende der Bespitzelung und um neue Konzepte des Zusammenlebens in Deutschland. Pfarrer forderten mehr Mut von der Kirchenleitung, Lehrer verlangten die Wählbarkeit und Abwählbarkeit von Schulleitern. Architektur-Professoren schlugen eine neue Ästhetik vor – überall war Bewegung. Die sich damals zu Wort meldeten, taten das spontan, in Reden und Proklamationen, Artikeln und Interviews. Viel Zeit zum Schreiben blieb nicht. Die Zeit der friedlichen Revolution war geprägt von einer Courage und einem Schwung, die zum Besten gehören, was sich die deutsche Seele je hat einfallen lassen. Das Buch macht das Faszinosum einer geistigen Revolte in Deutschlands Mitte fassbar: Thüringen als zentral gelegener Ort und Weimar als historisch-kultureller stehen dabei pars pro toto.




Pressestimmen

»Kirsten und Schmitz-Scholemann liefern ein Kaleidoskop authentischer Steinchen, die zeigen, wie ein System in sich zusammenfallen konnte. Und das sogar unterhaltsam.«

Lavinia Meier-Ewert, Thüringer Allgemeine

»Eine wichtige Dokumentation: Unbedingt lesenswert!«

Michael Hintzenstern, Glaube+Heimat

Autorenporträt

Christoph Schmitz-Scholemann

Christoph Schmitz-Scholemann, geboren 1949 in Solingen- Ohligs, lebte bis 2001 in Köln, seitdem in Weimar. Er ist Jurist und war bis Juni 2014 Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Für seine schriftstellerische Tätigkeit (Essays, Lyrik, Radiofeatures) erhielt er 1996 den Essaypreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

Jens Kirsten

Jens Kirsten, in Weimar geboren, ist promovierter Literaturwissenschaftler, Autor und Herausgeber von u. a.: „Nennen Sie mich einfach Prinz – die Lebensspuren des Hochstaplers Harry Domela“ (2011); „Weimar literarisch – Ein Ausflug mit Dichtern und Denkern“ (2013); seit 2006 Geschäftsführer des Thüringer Literaturrates in Weimar.