Künstler in Weimars Kunstschule 1860 - 1919

Künstler in Weimars Kunstschule 1860 - 1919

Im Kontext der Kulturpolitik des Weimarer Fürstenhauses von Anna Amalia bis Wilhelm Ernst 1756-1918. Eine Dokumentation nach Quellen.

Hans-Dieter Mück



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Nach erfolgtem Umbau eines Bau-Magazins zum Atelierhaus zwecks »Ausbildung junger, mit Talent begabter Kunstbeflissener« (Gründungsdekret von 1860) konnte die von Carl Alexanders Domänenrente finanzierte »Großherzoglich-Sächsische Kunstschule« Mitte November 1860 im Herz der knapp 14 000 Einwohner zählenden Residenzstadt Weimar den Lehrbetrieb aufnehmen. Das "Außerordentliche" dieser Neugründung: Dass Kunsteleven aus ganz Deutschland und aus Skandinavien nach freier Lehrerwahl von jungen Absolventen der Akademien München (Franz Lenbach), Düsseldorf (Arnold Böcklin) und Berlin (Rheinhold Begas) liberale, unakademische Korrekur erteilt bekamen. Und: Dass Lenbach seine Schüler bereits ab Frühjahr 1861 Freilichtstudien im Weimarer Land fertigen ließ, während Böcklin "das philiströse Leben und die strenge Hofetikette der Residenzstadt" (Angela Böcklin) mit seinem selbstgebastelten, an spätere Doppeldecker erinnernden Flugapparat weit unter sich lassen wollte. Nach der Devise »Nicht modisch, aber zeitgemäß sein«, entwickelte sich die Kunstschule ab 1870 zum deutschen Zentrum naturalistischer Genremalerei und ab 1875 zum nationalen Vorreiter pleinairistisch-impressionistischer »Paysage intime-Landschaftsmalerei« (»Weimarer Malerschule«). Um die Jahrhundertwende prägten Neoimpressionismus und Jugendstil den Lehrplan der Kunstschule. Mit Werkbiografien und repräsentativen Farbabbildungen werden die 45 Lehrer und deren bekannteste Schüler (Hans Arp, Paul Baum, Max Beckmann, Ivo Hauptmann, Max Liebermann, Christian Rohlfs u. a.) erstmals im Überblick vorgestellt.




Autorenporträt

Hans-Dieter Mück

Dr. Hans-Dieter Mück wurde 1947 in Stuttgart geboren und war nach dem Studium der Germanistik, Anglistik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Stuttgart von 1978 bis 1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ›Deutschen Literaturarchiv‹ in Marbach am Neckar. Seit 1989 ist er als freiberuflicher Kurator im In- und Ausland tätig. Der wissenschaftliche Autor zahlreicher Monographien zur Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart und zur europäischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts hat sich auf Werkbiographien spezialisiert, von denen in der ›Weimarer Verlagsgesellschaft‹ umfangreiche Bände über Max Klinger (2015), Max Ackermann (2017), Künstler in Weimars Kunstschule 1860–1919 (2018) und über Harry Graf Kessler (2020) erschienen sind.