Gunta Stölzl

Gunta Stölzl

Pionierin der Bauhausweberei

Ingrid Radewaldt

Fast 13 Jahre lang war Gunta Stölzl Mitglied des Bauhauses, zuerst als Studentin und Gesellin in Weimar, dann als Meisterin in Dessau. Sie entwarf und webte eine Fülle von eindrucksvollen Raumtextilien und entwickelte neuartige, industriell herstellbare Stoffe für den modernen Innenraum. Die Weberei war während der ganzen Zeit die am besten funktionierende und erfolgreichste Bauhauswerkstatt. In Dessau baute Gunta Stölzl einen Studiengang auf und war damit eine der ersten Frauen, die eine leitende Position an einer Hochschule übernahmen. Durch Kreativität, Fleiß und Hartnäckigkeit gelangen Stölzl und ihren Studentinnen hochwertige Produkte, die breite Anerkennung fanden, bis der Einfluss der Nationalsozialisten am Bauhaus sie zur Kündigung zwang. Sie blieb immer eine eigenwillige, kreative Persönlichkeit, über die viel zu wenig bekannt ist. Die vielfältigen Produkte ihrer Handweberei in Zürich inspirieren noch heute ihre Nachfolger im Textildesign.




Autorenporträt

Ingrid Radewald

Ingrid Radewald, hat Kunstgeschichte in Hamburg studiert und dort mit einer Dissertation: über die Bauhaustextilien 1919–1933 promoviert. Sie war bis 2005 Professorin an der Fachhochschule Hamburg im Fachbereich Gestaltung. Zu Gunta Stölzl hat Ingrid Radewaldt u. a. eine Austellung im Bauhaus Dessau kuratiert, den dazugehörigen umfangreichen Katalog erstellt und ein Porträt geschrieben, dass in Ulrike Müller, Bauhausfrauen erschienen ist.