Paul Klee

Paul Klee

Der „liebe Gott“ am Bauhaus

Karen Michels

Eindrucksvolles Porträt des Bauhausmeisters Paul Klee, dessen Kunst zunächst als „infantil“ verspottet und später von den Nazis als „entartet“ eingestuft wurde, dessen Studenten ihn den „lieben Gott“ am Bauhaus nannten und der seinen Kollegen Kandinsky und Schlemmer besonders freundschaftlich verbunden war.

Klees Bilder wirken einfach und sie sprechen zunächst für sich. Abstraktes wird mit Gegenständlichem ausbalanciert. Die Schönheit der Farbe, die Sensibilität der Linie, der pointierte Witz in der Darstellung menschlicher Schwächen und nicht zuletzt die Poesie der Bildtitel machen dem Betrachter ein leicht zugängliches Angebot. Zu zeigen, wie sich ihr eigentliches, sehr viel reicheres Leben erst hinter der Oberfläche entfaltet, ist das Anliegen dieses Buches: Klee selbst hat seine Arbeit mit dem Blick durch ein Mikroskop verglichen. Nur aus der Nähe wird das unendlich kunstvolle Verflechten aller denkbaren Aspekte des Lebens zu einer visuellen Symphonie, zu einem dynamischen, in kosmische Regionen reichenden Geflecht erkennbar. Die Jahre am Weimarer, später am Dessauer Bauhaus haben auf die Entwicklung dieser faszinierenden Bildsprache wie Dünger gewirkt. Im kollegial-freundschaftlichen Verhältnis zu Kandinsky und Schlemmer und in der Auseinandersetzung mit seinen Schülern entdeckte Klee sich selbst. Erst als das Bauhaus in späteren Jahren eine größere Nähe zur Industrie entwickelte, wurde ihm, der im ersten Weltkrieg Kampfflugzeuge mit Tarnfarben bemalt hatte, klar, dass ihn sein Weg in eine andere Richtung führen müsse: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Ein kleiner Stadtrundgang zeigt die Orte in Weimar, an denen Paul Klee lebte und wirkte.




Autorenporträt

Karen Michels

Karen Michels ist habilitierte Kunsthistorikerin und Privatdozentin an der Universität Hamburg, wo sie auch die Wiedereinrichtung des Warburg-Hauses betreut. 1998-2001 Vertretungsprofessuren an den Universitäten Jena, Halle, Berlin (HU). Seit 2001 ist sie Inhaberin der "Agentur für Kunstverstand", die sich auf die "Kunst der Kunstvermittlung" spezialisiert hat.